Quaaludes

Inhalt

Abhängigkeitspotential:

Die wissenschaftliche Einstufung des Abhängigkeitspotenzials 

  1. Sehr gering
  2. Gering

  3. Leicht erhöht
  4. Moderat 

  5. Erhöht
  6. Stark erhöht

  7. Sehr hoch
  8. Extrem Hoch

  9. Maximal
  10. Absolut

Quaaludes – Die vergessene Beruhigungsdroge

Quaaludes, auch bekannt unter dem Wirkstoffnamen Methaqualon, ist ein synthetisches Beruhigungsmittel, das in den 1960er- und 1970er-Jahren als Schlaf- und Beruhigungsmittel weit verbreitet war. Aufgrund seines starken Missbrauchspotenzials und der hohen Gefahr von Abhängigkeit wurde es in den meisten Ländern in den 1980er-Jahren verboten.

Quaaludes erzeugen intensive sedierende und beruhigende Effekte, die mit einem Gefühl der Euphorie einhergehen. Sie wurden häufig als Freizeitdroge missbraucht, insbesondere in der Clubszene. Heute ist Methaqualon in den meisten Ländern illegal, wird aber in einigen Regionen wie Südafrika weiterhin missbräuchlich verwendet.

 

Was sind Quaaludes?

Quaaludes enthalten den Wirkstoff Methaqualon, der ursprünglich als Alternative zu Barbituraten entwickelt wurde. Methaqualon wirkt stark sedierend und wurde in der Medizin zur Behandlung von Schlaflosigkeit und Angstzuständen eingesetzt.

Der Name „Quaalude“ leitet sich von „quiet interlude“ (ruhige Pause) ab, was auf die beruhigende Wirkung hinweist. Allerdings führte der weit verbreitete Missbrauch schnell zu einer Welle von Abhängigkeiten und tödlichen Überdosierungen, weshalb Methaqualon in den meisten Ländern verboten wurde.

 

Wie sehen Quaaludes aus?

Quaaludes wurden in der Regel als Tabletten verkauft, die typischerweise rund, weiß und mit Dosierungsangaben versehen waren.

  • Gängige Tablettenformen: Oft mit Gravuren wie „714“ oder „Lemmon“, die auf den Hersteller hinwiesen.
  • Illegale Versionen: Heute sind Quaaludes oft als gefälschte Tabletten oder Pulver erhältlich, insbesondere in Ländern, in denen Methaqualon weiterhin missbraucht wird.

 

Wie werden Quaaludes konsumiert?

Quaaludes werden meist oral eingenommen. Einige Konsumenten zerkleinern die Tabletten jedoch, um sie zu schnupfen, was zu einer schnelleren, aber riskanteren Wirkung führt.

  • Oral: Einnahme in Tablettenform, Wirkung tritt nach 20–60 Minuten ein.
  • Nasal: Zerkleinertes Methaqualon-Pulver wird geschnupft, was die Wirkung intensivieren kann.

 

Wie wirken Quaaludes?

Kurzfristige Wirkung:
Quaaludes wirken als ZNS-Depressiva (zentrales Nervensystem), indem sie die Aktivität von Neurotransmittern wie GABA verstärken. Die Wirkung setzt nach etwa 30 Minuten ein und hält 4–6 Stunden an. Typische Effekte sind:

  • Starke Sedierung und Entspannung
  • Euphorisches Gefühl von Wohlbefinden
  • Muskelentspannung
  • Verringerung von Angst und Stress

In höheren Dosen können folgende Effekte auftreten:

  • Schwerfällige Bewegungen („Zombie-Effekt“)
  • Lallen und Koordinationsprobleme
  • Starke Benommenheit bis hin zur Bewusstlosigkeit

Langfristige Wirkung:

  • Toleranzentwicklung und verstärkte Dosiserhöhung
  • Chronische Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Psychische und physische Abhängigkeit

 

Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?

Kurzfristige Risiken:

  • Atemdepression: Lebensgefährliche Verlangsamung der Atmung bei Überdosierung.
  • Kreislaufprobleme: Starker Blutdruckabfall und Schwindel.
  • Unfälle: Sedierung und Koordinationsprobleme erhöhen das Unfallrisiko.
  • Koma: Sehr hohe Dosen können zu Bewusstlosigkeit oder Koma führen.

Langfristige Risiken:

  • Abhängigkeit: Methaqualon macht stark psychisch und physisch abhängig.
  • Leberschäden: Chronischer Konsum kann die Leber schädigen.
  • Psychische Probleme: Depressionen, Angstzustände und emotionale Instabilität nach längerem Missbrauch.

Mischkonsum:
Die Kombination von Quaaludes mit anderen Substanzen ist äußerst gefährlich:

  • Mit Alkohol: Erhöhtes Risiko für Atemdepression und Bewusstlosigkeit.
  • Mit Opioiden: Potenziell tödliche Wechselwirkungen durch verstärkte ZNS-Dämpfung.

 

Quaaludes machen sowohl körperlich als auch psychisch stark abhängig. Die beruhigende Wirkung und die Euphorie können Konsumenten schnell in einen Kreislauf von wiederholtem Konsum treiben, um Entzugssymptome zu vermeiden.

 

Wie ist die rechtliche Lage?

  • Deutschland: Methaqualon ist ein nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel und fällt unter das BtMG. Besitz, Handel und Konsum sind illegal.
  • International: In den meisten Ländern, darunter die USA, Großbritannien und Australien, ist Methaqualon ebenfalls verboten. In Südafrika ist der Missbrauch von Methaqualon (dort als „Mandrax“ bekannt) weiterhin weit verbreitet.

 

Tipps für Safer Use

  • Kein Mischkonsum: Besonders gefährlich ist die Kombination mit Alkohol oder Opioiden.
  • Langsam dosieren: Da die Wirkung verzögert einsetzt, sollte nicht nachdosiert werden, um Überdosierungen zu vermeiden.
  • Entzug medizinisch begleiten: Der Entzug von Quaaludes ist körperlich und psychisch belastend und sollte unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

 

Therapeutisches Potenzial

In der modernen Medizin wird Methaqualon aufgrund seines Missbrauchspotenzials nicht mehr verwendet. Historisch wurde es zur Behandlung von:

  • Schlafstörungen: Als starkes Schlafmittel eingesetzt.
  • Angstzuständen: Zur kurzfristigen Linderung von akuter Nervosität und Stress.

Sicherere Alternativen wie Benzodiazepine haben Methaqualon jedoch vollständig ersetzt.

 

Unsere Quellen:

Einzelnachweise

  1. National Institute on Drug Abuse (NIDA): Sedatives and Their Effects
  2. World Health Organization (WHO): Methaqualone Review
  3. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS): Beruhigungsmittel und Abhängigkeit

 

Weiterführende Informationen

 

Trauma
als Chance

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