Benzodiazepine – Die Beruhigungsmittel mit Risiko
Benzodiazepine (kurz: „Benzos“) sind eine Klasse von Medikamenten, die häufig zur Behandlung von Angststörungen, Schlafproblemen und Krampfanfällen eingesetzt werden. Trotz ihrer medizinischen Bedeutung bergen sie ein hohes Abhängigkeitspotenzial und werden auch im Freizeitbereich missbraucht.
Viele Benzodiazepine wie Diazepam („Valium“), Lorazepam („Tavor“) oder Alprazolam („Xanax“) sind in Deutschland verschreibungspflichtig, da sie sowohl beruhigend als auch angstlösend wirken. Doch ihr Missbrauch kann gefährlich sein und schnell in eine Abhängigkeit führen.
Was sind Benzodiazepine?
Benzodiazepine sind Medikamente, die das zentrale Nervensystem (ZNS) beruhigen. Sie binden an sogenannte GABA-Rezeptoren im Gehirn und verstärken die Wirkung von GABA (Gamma-Aminobuttersäure), einem hemmenden Neurotransmitter. Dadurch reduzieren sie Angst, fördern Entspannung und wirken schlaffördernd. Die gehören zur Stoffgruppe der Depressiva.
Sie werden medizinisch zur Behandlung von:
- Angst- und Panikstörungen,
- Schlafstörungen,
- Muskelkrämpfen und Epilepsie eingesetzt.
Im Freizeitkonsum werden Benzodiazepine oft genutzt, um sich zu entspannen oder den „Crash“ anderer Substanzen (z. B. Stimulanzien) abzufedern.
Wie sehen Benzodiazepine aus?
Benzodiazepine gibt es meist in Form von Tabletten, Kapseln oder Tropfen. Einige gängige Beispiele:
- Diazepam (Valium): Weiße oder blaue Tabletten
- Lorazepam (Tavor): Kleine weiße Tabletten
- Alprazolam (Xanax): Meist in Form von farbigen, rechteckigen Tabletten
Auf dem Schwarzmarkt werden Benzodiazepine oft gefälscht, wodurch Risiken durch unklare Wirkstoffdosen entstehen.
Bildgalerie
Wie werden Benzodiazepine konsumiert?
Die häufigsten Konsumformen sind:
- Oral: Schlucken von Tabletten oder Tropfen (häufigste medizinische Anwendung).
- Nasal: Zerkleinern und Schnupfen von Tabletten (riskanter Missbrauch).
- Sublingual: Auflösen unter der Zunge für eine schnellere Wirkung.
- Intravenös: Nur im medizinischen Kontext (z. B. in Notfällen).
Wie wirken Benzodiazepine?
Kurzfristige Wirkung:
Die Wirkung von Benzodiazepinen setzt innerhalb von 15–60 Minuten ein (je nach Präparat) und kann 6–24 Stunden anhalten. Typische Effekte sind:
- Angstlösende und beruhigende Wirkung
- Muskelentspannung
- Schläfrigkeit
- Minderung von Krampfanfällen
Langfristige Wirkung:
Bei regelmäßigem Konsum kann es zu folgenden Effekten kommen:
- Eingeschränkte Gedächtnisleistung („Filmrisse“)
- Gefühl emotionaler Abstumpfung
- Toleranzentwicklung und Abhängigkeit
Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?
Kurzfristige Risiken:
- Verlangsamung der Reaktionsfähigkeit
- Verwirrtheit und Benommenheit
- Atemdepression bei Überdosierung (besonders in Kombination mit Alkohol oder Opioiden)
Langfristige Risiken:
- Entwicklung einer starken körperlichen und psychischen Abhängigkeit
- Depressionen und Angstzustände nach dem Absetzen
- Gedächtnisstörungen
Mischkonsum:
Die Kombination von Benzodiazepinen mit Alkohol, Opioiden oder anderen Beruhigungsmitteln ist besonders gefährlich, da sie die Atemdepression verstärken und tödlich enden kann.
Benzodiazepine haben ein starkes Abhängigkeitspotenzial, vor allem bei langfristiger Einnahme. Schon nach wenigen Wochen können sie eine körperliche Abhängigkeit auslösen. Besonders schwerwiegend sind die psychischen Effekte, da der Entzug oft mit starken Angstgefühlen einhergeht.
Wie ist die rechtliche Lage?
- Deutschland: Benzodiazepine unterliegen dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG), sind jedoch als verschreibungspflichtige Medikamente zugelassen.
- Illegaler Besitz: Ohne Rezept ist der Besitz strafbar.
Tipps für Safer Use
- Nur auf ärztliche Verschreibung einnehmen: Nie eigenmächtig die Dosierung erhöhen.
- Keine Kombination mit Alkohol: Dies erhöht die Gefahr einer Atemdepression.
- Langsames Absetzen: Benzodiazepine sollten nie abrupt abgesetzt werden – dies kann zu Krampfanfällen und schweren Entzugserscheinungen führen.
Therapeutisches Potenzial
Benzodiazepine werden medizinisch zur Behandlung von:
- Angststörungen,
- Panikattacken,
- Epilepsie und Krampfanfällen eingesetzt.
Ihr therapeutischer Nutzen ist unbestritten, allerdings ist eine dauerhafte Einnahme problematisch.





