Poppers

Inhalt

Abhängigkeitspotential:

Die wissenschaftliche Einstufung des Abhängigkeitspotenzials 

  1. Sehr gering
  2. Gering

  3. Leicht erhöht
  4. Moderat 

  5. Erhöht
  6. Stark erhöht

  7. Sehr hoch
  8. Extrem Hoch

  9. Maximal
  10. Absolut

Poppers – Der Rausch in der Flasche

Poppers ist der umgangssprachliche Name für Alkyl-Nitrite, eine Gruppe von chemischen Substanzen, die in flüssiger Form in kleinen Fläschchen verkauft werden. Sie sind vor allem für ihre euphorisierende und muskelentspannende Wirkung bekannt und werden häufig in der Szene der Clubkultur sowie bei sexuellen Praktiken konsumiert. Obwohl Poppers keine illegalen Drogen im klassischen Sinne sind, bergen sie dennoch erhebliche Gesundheitsrisiken und ein hohes Missbrauchspotenzial.

In diesem Beitrag erfährst du alles Wichtige über Poppers: Ihre Wirkung, Risiken, die rechtliche Lage und wie du sicher mit ihnen umgehen kannst.

 

Was sind Poppers?

Poppers ist der allgemeine Name für eine Gruppe von Alkyl-Nitriten, die vor allem als flüssige Lösung in kleinen Fläschchen verkauft werden. Die bekanntesten Arten von Poppers enthalten Amyl-, Butyl- oder Isopropyl-Nitrit. Ursprünglich wurde Poppers als Medikament zur Behandlung von Angina pectoris (Brustschmerzen) entwickelt, da es eine schnelle Blutdrucksenkung und Gefäßerweiterung bewirkt. Heute wird es hauptsächlich als Freizeitdroge verwendet.

Wie sehen Poppers aus?

Poppers sind in der Regel in kleinen Fläschchen mit einem Fassungsvermögen von etwa 10–15 ml erhältlich. Die Flüssigkeit ist in der Regel farblos bis leicht gelblich und hat einen sehr intensiven, stechenden Geruch. Die Verpackung ist oft in dunklen Flaschen gehalten, um die Flüssigkeit vor Licht zu schützen, da das Nitrit leicht zerfällt.

Wie werden Poppers konsumiert?

Poppers werden in erster Linie über Inhalation konsumiert. Die Substanz wird aus der Flasche direkt durch die Nase eingeatmet, wodurch die Wirkung unmittelbar einsetzt:

  • Inhalation: Der übliche Konsum erfolgt durch das Halten des Fläschchens unter die Nase. Die Dämpfe werden inhaliert, und die Wirkung setzt innerhalb weniger Sekunden ein.

Es gibt auch alternative Konsumformen, wie das Einatmen der Dämpfe aus einem Tuch, das in die Flüssigkeit getaucht wird.

Wichtig: Die Flüssigkeit sollte niemals geschluckt oder in Kontakt mit der Haut gebracht werden, da sie ätzend ist.

Wie wirken Poppers?

Kurzfristige Wirkung:

Die Wirkung von Poppers tritt sehr schnell ein und hält nur einige Minuten an. Zu den häufigsten Effekten gehören:

  • Muskelentspannung: Besonders der Schließmuskel des Anus wird durch Poppers entspannt, weshalb es in einigen sexuellen Praktiken Verwendung findet.
  • Euphorie: Poppers können ein Gefühl der Euphorie, der Entspannung und des Glückshormons hervorrufen.
  • Verstärkter Blutdruck: Durch die Erweiterung der Blutgefäße sinkt der Blutdruck kurzfristig, was zu einem “Schwindel” oder einem “Kick” führen kann.
  • Beschleunigte Atmung und Herzschlag: Das Inhalieren von Poppers führt zu einem schnellen Atemzug und einem gesteigerten Puls.

Langfristige Wirkung:

Poppers haben keine langfristigen Wirkungen im klassischen Sinne, da die Effekte sehr kurzlebig sind. Allerdings kann wiederholter Konsum zu folgenden Langzeitfolgen führen:

  • Toleranzentwicklung: Wiederholter Konsum kann dazu führen, dass immer höhere Dosen benötigt werden, um die gleiche Wirkung zu erzielen.
  • Langsame Regeneration des Kreislaufsystems: Durch regelmäßige Erweiterung der Blutgefäße kann das Kreislaufsystem belastet werden.
  • Schädigung der Atemwege: Häufiges Inhalieren kann zu Reizungen der Schleimhäute und der Atemwege führen.

Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?

Kurzfristige Risiken:

  • Blutdruckabfall: Eine zu hohe Dosis kann zu einem gefährlichen Blutdruckabfall führen, was in extremen Fällen zu einem Schock oder Ohnmacht führen kann.
  • Kopfschmerzen und Übelkeit: Manche Konsumenten klagen nach der Wirkung von Poppers über starke Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit.
  • Atemprobleme: Übermäßiges Inhalieren kann Schwierigkeiten beim Atmen verursachen.
  • Atemstillstand: In sehr seltenen Fällen kann eine hohe Dosis die Atmung beeinträchtigen, insbesondere in Kombination mit anderen Drogen.

Langfristige Risiken:

  • Schäden an den Schleimhäuten: Häufiger Konsum von Poppers kann die Schleimhäute der Nase, des Rachens und der Lunge schädigen, was zu chronischen Atemwegsinfektionen führen kann.
  • Herz-Kreislauf-Probleme: Langfristiger Missbrauch von Poppers kann das Herz-Kreislaufsystem negativ beeinflussen, da die ständige Erweiterung der Blutgefäße den Blutdruck und die Herzfrequenz belasten kann.

 

Poppers haben ein eher geringes Abhängigkeitspotential im Vergleich zu anderen Drogen. Der Konsum kann jedoch wiederholt werden, um die euphorische Wirkung zu erleben, was zu einem gewissen Missbrauch führen kann. Eine psychische Abhängigkeit ist möglich, jedoch weniger häufig als bei stärker wirksamen Drogen.

Wie ist die rechtliche Lage von Poppers?

In Deutschland sind Poppers legal, solange sie nicht explizit für den Konsum als Drogen verkauft werden. Sie gelten als “Lösungsmittel” und werden häufig unter anderem Namen wie “Raumerfrischer” oder “Lufterfrischer” verkauft. Der Konsum ist also nicht verboten, solange der Missbrauch nicht ausdrücklich gefördert wird. Es ist jedoch illegal, Poppers als Drogen zu bewerben.

Tipps für Safer Use

Für den sicheren Umgang mit Poppers gibt es einige Empfehlungen:

  • Vermeide Überdosierung: Das schnelle Einatmen von Poppers kann zu Kollapserscheinungen oder Ohnmacht führen. Nimm nur kleine Mengen und achte auf deinen Körper.
  • Lüften: Konsumiere Poppers in gut belüfteten Räumen, um Atemproblemen und Schwindel vorzubeugen.
  • Keine Mischkonsum: Besonders die Kombination von Poppers mit Alkohol oder anderen Drogen kann zu unvorhersehbaren gesundheitlichen Risiken führen.
  • Nicht beim Fahren: Der Konsum von Poppers kann deine Reaktionsfähigkeit und deine Koordination beeinträchtigen. Vermeide das Fahren nach dem Konsum.

 

Unsere Quellen:

Einzelnachweise

  1. National Institute on Drug Abuse (NIDA): Inhalants: A growing concern
  2. Suchtberatungsstelle Berlin: Poppers: Missbrauch und Risiken
  3. World Health Organization (WHO): Health effects of inhalants

Weiterführende Informationen

 

Trauma
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